When adulthood hit me and how I handle it

When adulthood hit me and how I handle it

Wenn ich nur ein Jahr zurückdenke, dann merke ich, dass ich mich in diesen 12 Monaten doch ganz schön verändert habe. Vor 12 Monaten galt meine Aufmerksamkeit im Großen und Ganzen meinen Freunden mit denen ich mich so gut wie täglich getroffen habe, um das Leben zu genießen. Ein Spritzer im Sommer hier, ein Paar Stunden Sonnentanken dort und halt die Arbeit, die man so nebenbei gemacht hat. Heute sieht das ganze schon irgendwie anders aus. Meine Freunde sehe ich nur noch, wenn es uns allen die Zeit erlaubt, Uni wird immer wichtiger und die Arbeit ist kein Nebenjob mehr. Ohne, dass ich es gemerkt habe, bin ich irgendwie erwachsen geworden.

 

Diary as a lifesaver (or second brain)


“Take time to do what makes your soul happy.”

Ich bin jetzt 25 Jahre alt und erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich als Kind immer wieder meine Mama im Frage gestellt habe, als sie alle möglichen Termine in ihren kleinen Tischkalender in der Küche gekritzelt hat. Von kleinen Artzterminen bis hin zum Werkstatttermin fürs Auto. Als Kind habe ich nie verstanden, warum sie sich die wenigen Termine nicht merken konnte, denn ich konnte es ja auch. “Irgendwann wirst du es verstehen” hat sie immer wieder gesagt, wie in so vielen Dingen. “Wenn du erwachsen wirst, dann wirst du mich verstehen.” Und wie in so vielen Dingen hat sie recht behalten. Als Kind bekommst du nicht mit, was abseits dieser Zahlen und Buchstaben auf dich wartet. Was für Gedanken und eventuell sogar Sorgen uns begleiten – denn als Kinder waren wir sorgenfrei. Nachdem ich von Jahr zu Jahr älter wurde, mein Leben immer mehr selbst in die Hand genommen habe und meine Termine nicht nur darin bestanden Freunde zu treffen, ja da habe ich begriffen, dass der Alltagsstress uns doch recht vergesslich machen kann – und jetzt bin ich diejenige, die sich wirklich alles in ihren Kalender einträgt.


Honesty saves everyone’s time

Ich bin ein Mensch, der es immer, bis zum Rest meines Lebens versuchen wird es allen Parteien in seinem Leben recht machen zu wollen. Sehr oft kam es vor, dass ich von einem Termin zum nächsten gehetzt bin, nur damit ich niemanden absagen musste und sich keiner dadurch gekränkt gefühlt hat. Gestresst und total ausgelaugt lag ich im Bett und als ich den Tag Revue passieren ließ, fiel mir auf, dass ich keines der Treffen wirklich genießen konnte. Und die einzige, die sich am Ende des Tages unglücklich gefühlt hat, war ich. Irgendwann begriff ich, dass das für keinen von uns sinnvoll war und ich begann damit die Leute vielleicht länger zu sehen, dafür aber weniger oft. Ich begann auch damit, den Leuten ehrlich zu sagen “Nein, ich habe keine Zeit für ein Treffen” oder “Tut mir leid, aber ich bleibe heute Abend lieber zuhause”. Wie verwundert ich war, dass keiner sauer oder grantig war, doch irgendwann begriff ich auch, dass den Stress nur ich mir selbst gemacht habe.


Let’s wander where the wifi is weak

Aber meine größte Fluchtmöglichkeit bietet mir allerdings mein Freund. Mein Freund, der außerhalb von Wien wohnt und zu dem ich eine Stunde mit dem Zug brauche. “Nervt dich das nicht, wenn du immer eine Stunde hin und her fahren musst?” Und von Anfang an, konnte ich ohne zu zögern antworten: Nein! Es ist schwer die richtigen Wörter dafür zu finden, wie ich mich fühle, wenn ich mit dem Zug unterwegs bin. Es ist als würde ich alle meine Sorgen in Wien lassen und je weiter ich mich davon entferne, umso größer wird die Entfernung zu meinen Sorgen. Wenn wir gemeinsam im wunderschönen Grün spazieren gehen oder mit dem Auto spontan in die Steiermark zum Wandern fahren, wenn die Netzverbindung immer schlechter wird, dann gibt mir das ein Gefühl von Freiheit.

 

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